„Barbara 2012“ : Vollübung für Katastrophenschutzkräfte im Landkreis Meißen

500 Einsatzkräfte bekämpfen am Großenhainer Flugplatz die Folgen einer verunglückten Airbus-Notlandung

Unter Leitung der Dresdner Dienststelle der Landesdirektion Sachsen führen die Katastrophenschutzbehörden der Landkreise Meißen und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge sowie der Landeshauptstadt Dresden und deren Katastrophenschutzeinheiten am 22. September 2012 auf dem Flugplatz in Großenhain eine Katastrophenschutzübung durch. Auch Kräfte der Hilfsor­ganisationen, der Landespolizei, der Bundespolizei, der Bundeswehr und des Technischen Hilfswerkes sowie die Elblandkliniken mit den Häusern Meißen und Riesa werden an der Übung beteiligt sein.

Ausgangspunkt der Übung 2012 ist die Notlandung eines Airbus A 320 auf dem Flugplatz Großenhain wegen eines Defektes am Fahrwerk. Die Notlan­dung missrät; es bricht nicht nur die Maschine in zwei Teile auseinander, sondern auch eine der beiden Tragflächen. Kerosin läuft aus und am Heck gerät das Flugzeug in Brand. An Bord befinden sich 96 Fluggäste sowie 5 Besatzungsmitglieder, von denen viele verletzt und etliche mit Kerosin kon­taminiert wurden. Aufgabe der Einsatzkräfte ist es, die Verunfallten zu retten, diese in der Nähe des Unfallortes sofort medizinisch zu versorgen und sie nötigenfalls zur weiteren Behandlung in Krankenhäuser in der Umgebung zu transportieren. Gleichzeitig muss die Brandbekämpfung durchgeführt und eine Explosion des Wracks verhindert werden.

Die Übung trägt - mit Bezug auf die Schutzpatronin der Feuerwehrleute und der Helfer des Technischen Hilfswerkes - den Namen „Barbara 2012“ und gliedert sich in zwei Teile:

Der erste Teil der Übung fand bereits am Donnerstag, dem 20. September 2012 statt. Daran beteiligt waren der Verwaltungsstab der Dienststelle Dresden der Landesdirek­tion Sachsen, die Katastrophenschutzstäbe der Landeshauptstadt Dresden und der Landkreise Meißen und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge sowie deren Technische Einsatzleitungen, die Leitstellen Meißen, Pirna und Dresden und der Stab der Bundes­polizeidirektion Pirna sowie die Deutsche Bahn Netz AG. Die Bekämpfung der Unfallfol­gen aus dem Szenario wurde als Stabsrahmenübung durchgespielt. Dabei wurde insbesondere die Koordination der Katastrophenbekämpfung sowie der Informationsfluss zwischen den verschiedenen Katastrophenschutzstäben sowie das Zusammenwirken zwischen Stab und Technischer Einsatzleitung bzw. Leitstelle geübt. Zur Überprüfung standen auch die vorhandenen Katastrophenschutzpläne der Behörden und ausgewählter Krankenhäuser an.

Im zweiten Teil der Übung, der nun am Samstag, den 22. September 2012 ab 9.00 Uhr auf dem Großenhainer Flugplatz beginnt, werden die an der Übung beteiligten unteren Katastrophenschutzbehörden und deren Einsatzkräfte aus dem Szenario abgeleitete Übungselemente praktisch umsetzen. Dabei soll die Zusammenarbeit des Katastro­phenschutzstabes des Landkreises Meißen mit ihrer Technischen Einsatzleitung vor Ort sowie das Zusammenwirken der Katastrophenschutzeinheiten des Brandschutzes, des Sanitätsdienstes, des Betreuungsdienstes und des Technischen Hilfswerk (THW) sowie die Kooperation mit Kräften der Bundeswehr und der Bundespolizei geübt werden. Die Krankenhäuser in Riesa und Meißen werden in die Verletztenversor­gung einbezogen, um deren Alarmplanung und Notfallmanagement auf seine Einsatztauglichkeit zu prüfen.

Rettungskräfte, Einsatzleitung und Stab werden rund um die aus aufgestapelten Con­tainern gebildete Flugzeugattrappe folgende Elemente der Katastrophenbekämpfung üben:

  • Brandbekämpfung am Flugzeug, für die eine Wasserversorgung von einem mehr als zwei Kilometer entfernten Teich hergestellt werden muss. Beteiligt sind hier Löschzüge aus Gröditz und Moritzburg.
  • Rettung verunglückter Personen aus Flugzeugtrümmern: Eingesetzt sind hier Feuerwehrkräfte aus Riesa. Unterstützend wird das THW dabei ein Einsatz-Ge­rüstssystem aufbauen, um die Bergung verletzter Personen aus der Höhe zu üben. Anschließend führt ein Notarzt am Einsatzabschnitt die erste Triage (Sichtung und Einteilung von Verletzten für die weitere Behandlung) durch.
  • Aufbau und Betrieb eines Behandlungsplatzes mit Dekontaminationsplatz für die beim Flugzeugunglück Verletzten. Für den Behandlungsplatz ist eine sepa­rate Wasserversorgung herzustellen, außerdem erfolgt von dort aus der Transport Verletzter in die an der Übung beteiligten Krankenhäuser. An diesem Übungsteil wirken insgesamt 200 Einsatzkräfte aus Radebeul, Niederau, Glau­bitz, Großenhain und Riesa sowie Krankentransportwagen der Bundeswehr mit.
  • Suche nach mutmaßlich verletzten und desorientierten Personen im Gelände. An diesem Übungsteil sind eine Suchkette der Bundespolizei, die Rettungshun­destaffel des Landkreises Meißen und ein geländegängiger Krankentransport­wagen der Bundeswehr beteiligt.


Bei der Vollübung werden neben den Führungsgruppen der Katastrophenschutzbe­hörde des Landkreises Meißen zwei Katastrophenschutz-Löschzüge, drei Katastro­phenschutz-Einsatzzüge, zwei Katastrophenschutz-Gefahrgutzüge, vier Schnell-Ein­satz-Gruppen, die Katastrophenschutz-Rettungshundestaffel, Polizeien von Bund und Land, die Bundeswehr sowie die Ortsverbände Radebeul und Riesa des THW zum Einsatz kommen. Insgesamt sollen ca. 500 freiwillige Helfer mit rund 50 Fahrzeugen und Geräten des Katastrophenschutzes im Übungsgebiet tätig sein. Zusätzlich werden vier Krankentransportwagen der Bundeswehr, eine Suchstaffel der Bundespolizei und etwa 40 Beschäftigte des Elblandklinikums an der Übung beteiligt sein.

Neben den Übenden nehmen an „Barbara 2012“ auch Mitarbeiter der Brand- und Ka­tastrophenschutzämter sämtlicher Landkreise und Kreisfreien Städte des Freistaates Sachsen als Übungsleitung, Schiedsrichter oder bei der Betreuung von Verletztendar­stellern teil.

Die Katastrophenschutzübung geht am 22. September 2012 gegen 15:00 Uhr zu Ende. Danach erfolgt die Rückverlegung der Katastrophenschutzeinheiten an ihre Standorte und die Wiederherstellung ihrer Einsatzbereitschaft. In den folgenden Wo­chen wird die Übung dann in den beteiligten unteren Katastrophenschutzbehörden so­wie in der Landesdirektion ausgewertet.